NEAPEL UND POMPEJI
Neapel: Gefährliche Geliebte
Beginnen möchte ich die Fotoserie zu Neapel mit einem berühmten Zitat von Johann Wolfgang von Goethe: „Neapel sehen und sterben“ aus seiner „Italienischen Reise“, das die überwältigende Schönheit und Lebensfreude Neapels beschreibt. Goethe war tief beeindruckt vom pulsierenden Leben, der Kultur, der Natur (Vesuv, Pompeji) und der einzigartigen Atmosphäre der Stadt, die er als Paradies empfand und in der er eine Offenbarung südlichen Lebens sah.
Auf meinen Fotoreisen dorthin, ich fühle mich der Metropole auch familiär verbunden, habe ich zu allen Jahreszeiten diese Schönheit und Lebensfreude verbunden mit einer vorhandenen Mischung aus Flexibilität und Gelassenheit immer wieder kennenlernen dürfen. Die hier dargestellten Fotos stammen übrigens vor allem aus der Frühlingszeit.
An dieser Stelle ist es mir ein Anliegen, noch auf ein einzigartiges Phänomen einzugehen: Die neapolitanische Mentalität oder auch „das organisierte Chaos der Lebensfreude“. Zu den lustigen Eigenheiten gehört z.B., dass eine grüne Ampel in Neapel nur eine Empfehlung ist, keine Vorschrift. Das Hupkonzert ist hier die lokale Form der Kommunikation. Motorroller können als die Könige der Gassen angesehen werden, sie passen überall durch und haben immer Vorfahrt! Es ist ein perfekt funktionierendes System, das ich erst einmal verstehen musste und das für Außenstehende wie der pure Wahnsinn aussieht.
Eine weitere Eigenschaft, die mich beeindruckt hat, ist, es wird alles mit 150 % Leidenschaft gemacht. Ob es ums Essen, die Familie, den Fußball oder einen Streit geht – die Emotionen sind immer groß. Eine normale Unterhaltung kann für Unwissende unter Umständen wie ein hitziger Kampf klingen.
Und der Espresso (caffè) ist natürlich heilig. Die Zubereitung und der Genuss sind ein Ritual, das nicht gestört werden darf. Und wehe, er ist nicht cremoso genug!
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die neapolitanische Mentalität eine chaotische, laute, aber unglaublich warme, leidenschaftliche und vor allem lustige Art ist, das Leben zu umarmen. Es ist die Kunst, im Chaos die Freude zu finden.
Pompeji oder die stehengebliebene Zeit
Am 24. Oktober des Jahres 79 n. Chr. verschlingen Glutlawinen vom Vesuv Pompeji. Mithilfe aktueller Ausgrabungen lässt sich so genau wie nie zuvor das Drama rekonstruieren, das sich in den Mauern der antiken Stadt abgespielt hat.
Bei meinem letzten Aufenthalt in Pompeji (April 2025) war mein Interesse besonders auf diese aktuellen archäologischen Arbeiten gelenkt. Die größte Stadtruine der Welt hielt allerlei neue Fotomotive bereit und war dadurch interessanter den je für mich als Fotograf.
Die hier ausgesuchten Bilder zeigen die Ecken Pompejis, die mich bei meinem letzten Besuch am meisten fasziniert haben.

Die Liebe zur Fotografie begleitet mich seit meiner Kindheit und als gebürtiger Hannoveraner habe ich diese Leidenschaft später im Studium des Kommunikationsdesigns vertieft und die Fotografie zu meinem gestalterischen Schwerpunkt gemacht.



